Hygiene auf dem Plumpsklo,

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2 Tage 4 Stunden her - 2 Tage 4 Stunden her #1 von Bernd Offizier
Bernd Offizier antwortete auf Hygiene auf dem Plumpsklo,
LiebeI Inge,
wie Du es geschrieben hast, so war es halt auf dem Land.

Bei meinem Opa auf dem Hof, der einsam im Feld lag in Fühlingen/Feldkassel, gab es keine Wasserleitung. Das Wasser für Mensch und Vieh musste aus dem Brunnen gepumpt werden.

Weiteres gleicht dem, was du geschrieben hast. 
Gruß, Bernd
Letzte Änderung: 2 Tage 4 Stunden her von Bernd Offizier.
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2 Tage 18 Stunden her - 2 Tage 7 Stunden her #2 von Inge Nölke
Hygiene auf dem Plumpsklo, wurde erstellt von Inge Nölke
Wird heute die Hygiene oft ein wenig übertrieben?
In der "guten alten Zeit" fehlten dazu einfach die Möglichkeiten.

Mein Opa besaß - wie viele Selbstversorger damals - einen kleinen Bauernhof.
Durch das große Tor hätte ein Traktor fahren können. Opa hatte aber leider keinen Trecker.

Im Hof dominierte anfangs ein großer, stinkender Misthaufen.
Zum Glück nicht lange, Tante Anni verwandelte ihn bald in ein herrliches, duftendes Blumenbeet. Die Pflanzen wurden aber nicht gekauft, sondern von überall in der Nachbarschaft Ableger gesammelt.
Nur fürs Aussehen wurde kein Geld verschwendet.

Der Hof zog sich in die Länge. Zumindest kam mir das als Kind so vor, zumal, wenn ich aufs Klo gehen musste.

Das Haus war alt mit einem großen Treppenhaus. WC, Bad oder was Vergleichbares gab es nicht. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.

In dem düsteren Gewölbekeller war es immer unheimlich. Wären da nicht die leckeren Sachen, wie Äpfel, Töpfe mit Sauerkraut (hier mussten wir vor allem darauf achten, das Brett mit dem Stein darauf immer im Sud zu halten, damit das Kraut nicht schlecht wurde), eingelegte Bohnen und ähnliches gewesen, was wir als Kinder - mein Bruder, Cousine und Cousin und ich - gerne genascht haben, wären wir sicher nicht runtergegangen.

Der schönste Raum im Haus war das gute Zimmer. Da durften wir aber nur selten rein, bei Familienfeiern oder so.

Zurück zum Hof.
An's Haus angeschlossen waren Küche und Waschküche (Ich meine, da wären auch schon mal Schweine geschlachtet worden. Die Zinkwanne, wo ich mit meinem Brüderschen drin gebadet wurde, kam beim Schlachten auch zum Einsatz.)

Dann folgten ein kleinerer und ein größerer Stall sowie ein Schuppen mit Gerätschaften für die Gartenarbeit.

Nun endlich erreichte man das Plumpsklo.
Hier hatte Opa Zeitungen auf kleine Vierecke zurechtgeschnitten, oben mit einem Loch für Kordel versehen, die an einem Nagel als Toilettenpapier dienten.

Gegenüber befanden sich die Kaninchenställe.
Vor dem Geräteschuppen hatte Opa eine Kiste befestigt, wo er harte Brotreste für die Kaninchen sammelte.

Wenn ich eine Sitzung halten wollte/musste, nahm ich mir aus der Kiste oft was zum Knabbern mit. Dadurch zog sich meine Sitzung in die Länge. Wahrscheinlich sorgte dies sogar für eine gewisse Gemütlichkeit. (LOL)
Auf jeden Fall war es nicht unangenehm. Schließlich war alles im Rahmen der Familie. Darüber habe ich mir aber damals keine Gedanken gemacht.

Soweit ich mich erinnere, gab es keine Möglichkeit, die Hände zu waschen nach dem Klobesuch. Daran habe ich allerdings keinen Gedanken verschwendet.
Allergien oder sowas kannten wir nicht.
 
Der Hof schloss ab mit einem großen Tor im hinteren Bereich. Im Dunkeln haben wir darauf geachtet, dieses Tor gut abzuschließen. Im Dunkeln hatte ich immer Angst, warum weiss ich nicht.

Danach folgten eingezäunt Obst- und Gemüsegarten mit Hühnerstall. Hier hatten wir Kinder auch ein kleines Stück zum Beackern.

Von Zeit zu Zeit wurde der Dünger aus dem Plumpsklo im Garten verteilt. Obst und Gemüse gedeihten prächtig. 

Opas angrenzendes Feld und die Pflaumenwiese waren frei zugänglich.
Letzte Änderung: 2 Tage 7 Stunden her von Inge Nölke.
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