Kenia

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1 Jahr 2 Monate her - 1 Jahr 2 Monate her #1 von Bernd Offizier
Bernd Offizier antwortete auf Kenia
Liebe Inge,
über diesen Artikel nimmst du uns - deine Leser - mit nach Kenia. Durch die interessante Schilderung fühlt man sich in die Reise integriert.

Gerne lesen wir mehr von Dir. 

Liebe Grüße
Bernd Offizier
Letzte Änderung: 1 Jahr 2 Monate her von Bernd Offizier.

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1 Jahr 2 Monate her - 6 Monate 3 Wochen her #2 von Inge Nölke
Kenia wurde erstellt von Inge Nölke
Geh mit mir auf Reisen.

Hallo!
Es freut mich sehr, dass Du Reiseerlebnisse mit mir teilen möchtest und wünsche Dir viel Vergnügen beim Lesen.
Klapp das Tischen vor Deinem Sitz hoch, bring die Rückenlehne in eine senkrechte Position und schnalle Dich an!

Wir fliegen los. 
Die Reise geht nach Kenia in ein Club-Hotel, paradiesisch gelegen auf einem Korallenfelsen an der traumhaft schönen Diani-Beach. Der 15 km lange, weiße Sandstrand mit lauwarmem Wasser lädt zum Baden ein. Diese Idylle wird geschützt durch das vorgelagerte Riff. 
Als Unterkunft dienen uns die komfortablen Bungalows, gelegen in tropischer Vegetation, die ihren betörenden Duft verströmt. Beschattet wird das Ganze von Bäumen, die Lebensraum für exotische Tiere bieten, deren seltsame Geräusche uns abends noch lange wachhalten. Am nächsten Morgen wollen wir baden gehen.


Der weiße Sand ist voller Tang. Ich will gerade in den dunklen Tang waten, als ein Einheimischer auf mich zustürzt und mich fest umarmt. Vor lauter Zorn hätte ich fast um mich geschlagen, da sehe ich ganz nah eine Wasserschlange unter den Wasserpflanzen verschwinden. Vorsichtig löst der junge Mann seinen festen Griff. Ich bedanke mich bei ihm und schäme mich für meine schlechten Gedanken. Wahrscheinlich hat er mir sogar das Leben gerettet. Nach diesem Vorfall habe ich mir fest vorgenommen, alle dummen Vorurteile über Bord zu werfen.

 
Bisher habe ich diesen Vorsatz eingehalten. 

Abends ist auf den Klippen eine wunderbare Atmosphäre. In den Bäumen hängen Lautsprecher und darunter sind Liegestühle aufgestellt. Himmlischer Duft, die Geräusche der Tropen, leises Wellenrauschen und dazu erklingt klassische Musik. 
Natürlich nehmen wir auch an den zahlreichen Aktivitäten des Clublebens teil und lernen nette Menschen kennen.

Ein Besuch der nahegelegenen, quirligen Stadt Mombasa mit Dhowhafen, dem sehenswerten Fort Jesus aus dem Jahr 1593, dem Markt Kanga Lane, der Markthalle, dem Hindu-Tempel sowie des Holzschnitzerortes darf nicht fehlen.

Hier fallen mir die vielen verkrüppelten Bettler auf, die mich noch lange beschäftigen und mir nicht nur den Schlaf rauben, sondern eine Weile auch die Freude am Urlaub. 
Zudem machen wir einen Ausflug in die Urwaldstadt Gedi und nach Malindi. Wir bewundern die beeindruckenden Giriama-Tänze, die in sengender Sonne stattfinden. 

Dann kommt das Highlight unseres Urlaubs: Eine Flug-Safari in einer kleinen Propeller-Maschine. Am Armaturenbrett des Fliegers hängen einige Kabel herunter. Sieht nicht gerade vertrauenerweckend aus.
 

Der schwedische Pilot erklärt, dass da nichts Wichtiges fehlt. Nunja, ich kanns nicht beurteilen und verlasse mich auf meinen Schutzengel, der noch einige Male gefragt sein wird auf dieser Tour. Unsere Gruppe besteht aus 2 Berlinern, 2 Münchnern und wir aus Brühl. Ich sitze auf dem Notsitz.

Unterwegs sackt die Maschine in Luftlöchern ein paarmal ab. Uns wird mulmig, aber bevor es brenzlig wird, fängt sie sich wieder. Eine kurze Regenschauer prasselt wie Hagel auf die Scheibe.
Von Nairobi aus geht unser Flug vorbei an Kilimandscharo und Mount Kenia, natürlich mit grandiosem Ausblick auf die Berge.

Erste Etappe ist die Amboseli Lodge, unterhalb des beeindruckenden Kilimandscharo (6000 m) gelegen.


 

Bei der Landung musste der Pilot hier auf Autos achten, denn die kreuzen die Landebahn und haben Vorfahrt.
Wir sind schon gespannt auf die Pirschfahrt und freuen uns riesig über die Sichtung der ersten Elefanten in freier Wildbahn. 
Dann fliegen wir in das Masai-Mara-Gebiet, nördliche Serengeti zum Governors´ Camp. Da gibt’s nur eine steinige Piste. Der Pilot scheint etwas gestresst und sagt kein Wort.Es ist totenstill im Flieger. Das Flugzeug ist fast schon am Boden, da wird es hochgezogen und durchgestartet. Wir halten alle die Luft an. Beim nächsten Anflug setzt die Maschine auf. Es hört sich schrecklich an. Steine schlagen laut unter den Rumpf. Hoffentlich bleibt alles heil.
 
Schließlich müssen wir auch wieder zurück. Erst hinterher erklärt uns der Pilot, dass er beim ersten Anflug Tiere von der Landebahn verscheucht hatte. Wäre uns das vorher erklärt worden, hätte er uns einige Aufregung erspart. Aber: no risk no fun!
Das Camp ist gut gesichert durch stabile Eisenbahnschwellen und Netze. Unsere Zelte allerdings liegen außerhalb der Einzäunung. Auf meine Nachfrage, warum das so sei, lautete die Antwort: „Ihr wollt doch etwas erleben.“
In unserem Zelt stehen stabile Feldbetten und hinter dem Zelt ist ein WC und eine Duschkabine, ebenfalls aus Zeltplane.


 

Über der Dusche befindet sich ein altes Ölfass, in dem das Wasser durch die Sonne aufgeheizt wird. Das Wasserangebot ist natürlich begrenzt, da muss man schon Rücksicht aufeinander nehmen, damit beide etwas abbekommen. 
 

Jedes Zelt hat seine eigene Dusche mit Öl/Wasserfass und WC. Dieses Camp ist schon nobel.
Die 3 Zelte liegen auf einer Lichtung des Mara River. 
Nach dem Essen, ich meine, es war u.a. Schlange und Büffel, werden wir zur Pirschfahrt abgeholt und begeben uns auf die Suche nach den big five. Das Auto scheint schon etwas älter zu sein, macht einen maroden Eindruck. Das Fenster geht auch nicht mehr zu. Sicherheitsgurte gibt’s natürlich keine.
  
 

Wenn der Fahrer „Heia Safari“ ruft, müssen wir uns gut festhalten, um nicht quer durch`s Auto zu fliegen. Das gibt viele blaue Flecken.
Damit wir nicht gegen die Sonne knipsen müssen, fährt der Boy um die Löwenschar herum und bleibt in einem Schlammloch nahe der Löwen stecken. „Alles aussteigen und schieben“, ruft er, dann aber direkt hinterher„Joke, joke, stay in the car! “ Scherzkeks. Etwas später, mit vorheriger Ansage „Heia Safari“ sind wir dann neben einem Warzenschwein, Schwanz in die Höhe, hergebrettert 
  


Den Leoparden haben wir nicht zu Gesicht bekommen, nur seine Beute. Eine Antilope hing im Baum. Der Leopard muss ziemlich stark sein, da er das Tier in den Baum schleppen konnte. Angesichts der beginnenden Dunkelheit und des kaputten Autofensters war es mir nicht ganz geheuer.
Abends feiern wir dann noch ein wenig am Lagerfeuer und durchleben die Abenteuer des Tages durch unsere Erzählungen nochmals. 

Die Nacht im Zelt wird dann recht aufregend. Auf der Wiese neben unserem Zelt grast eine Herde Büffel. Einer sogar unter unserem Vorzelt.
Alles bewegt sich. Hoffentlich hält die Zeltplane das aus.
 Durch das dünne Gazefester sieht mich das große, dunkle Tier an. Schnell mache ich den Lappen herunter, damit das Fenster „geschlossen“ ist.

 

Zumindest sehe ich jetzt draußen nichts mehr. Meine große Sorge ist, dass von den beiden anderen Zelten jemand beobachtet, wie die Büffel um unser Zelt stehen und diese prekäre Situation fotografiert. Da es schon dunkel ist, müsste das mit Blitzlicht erfolgen. Ich möchte mir nicht ausmalen, wie die Tiere durch den Lichtblitz in Panik geraten und unser Zelt niedertrampeln.
Zum Glück ist nichts dergleichen passiert. 
 
Jetzt höre ich eine Katze schnurren und sehe den Abdruck des Körpers um unser Zelt streifen. Durch Luft anhalten versuche ich, möglichst kein Geräusch zu machen, damit das Tier nicht auf mich aufmerksam wird.
Mein Herz schlägt wie wild. Eigentlich müsste ich mich auch erleichtern, aber die 3 Schritte aus dem Zelt heraus zu unserem WC sind mir zu gefährlich, ich traue mich einfach nicht. Nun sehne ich den Morgen herbei.
Als es endlich anfängt zu dämmern, kommt ein Elefant vom Fluss herauf auf unser Zelt zu. Ausgerechnet von dem Baum an unserem Zelt beginnt er zu fressen.
 
 

Zweige prasseln auf das Zeltdach. Da sein schwerer Körper dicht an unserem Zelt steht, ächzt und bebt das ganze Zelt. Mir ist angst und bange. Aber auch das hält unser Zelt aus. Ich ebenfalls. 
Schon wieder höre ich schwere Schritte nahen. Diesmal sind es Nilpferde, die vom Fluss hochkommen zum Grasen. Man hatte uns gesagt, dass sie die gefährlichsten Tiere seien. Aber die haben nur gefressen und sind dann brav zum Fluss zurückgetrabt. 
Nach diesen aufreibenden Erlebnissen ist der Rest im Vergleich eher die pure Entspannung,


Obwohl so ganz auch nicht.
Plötzlich wird der Reißverschluss am Zelt geöffnet. Ein Masai bringt Tee mit Plätzchen und holt uns zur Pirschfahrt ab. Wir sehen eine Gepardin mit zwei Jungen. Ein Hase freut sich noch seines Lebens. Dann erklingt „Heia Safari“.
 Die Gepardin jagt den Hasen und wir rasen neben den Tieren her über den holprigen Boden. Ich bin froh, als die Gepardin den Hasen endlich gerissen hat.
Für sie und die Jungen ist das nicht allzu viel.
Nun geht unsere Fahrt Richtung Mara River, um Krokodile zu suchen, die hier sehr scheu sind. Der Fluss muss gequert werden. „Heia Safari“ und schon landen wir mit Karacho im Wasser, unglücklicherweise auf einem großen Stein. Die Räder drehen sich ohne Bodenkontakt.

Wir müssen auf Anweisung des Fahrers alle so lange hin und her schaukeln, bis wenigstens ein Rad Kontakt bekommt. Das dauert und wir sollen pünktlich zum Abflug zurück im Camp sein.
Irgendwie hat`s dann aber doch geklappt.

Der Abflug ist dann zwar wieder holprig und steinig auf der Piste, aber irgendwie regt das niemanden mehr auf. Wir sind schon abgehärtet und Schlimmeres gewohnt. Uns kann nichts mehr erschüttern. 
 

Der letzte Stopp ist die Kelaguni Lodge/Tsavo West. Von der hübschen Terrasse aus beobachten wir die Tiere an der Wasserstelle. Bunte Vögel kommen an unseren Tisch, um sich mit Kuchen füttern zu lassen. 

Damit endet diese interessante und abwechslungsreiche Tour. Ich hoffe, sie hat Dir gefallen und wir können mal wieder gemeinsam verreisen.


 

Bis bald.


 


Hier der Link von meinem 1. Flug
lebenstraeume-und-realitaet.de/forum/14-reisen/888-unser-erster-flug


 
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Letzte Änderung: 6 Monate 3 Wochen her von Inge Nölke.

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