Hürtgenwald,

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21 Stunden her - 14 Stunden 27 Minuten her #1 von Inge Nölke
Hürtgenwald, wurde erstellt von Inge Nölke
Erschreckende Nachrichten: Waldbrände!
(Infolge von Hitze und Trockenheit oder durch Unachtsamkeit?)
Jetzt auch in unserem bevorzugten Wandergebiet, der Eifel.
Hürtgenwald war uns immer ein wenig unheimlich.
Hinterlassen grausame kriegerische Auseinandersetzungen ihre negative Aura?
Monatelang wütete im zweiten Weltlrieg die verheerende Schlacht zwischen den Truppen der USA und der Deutschen Wehrmacht.

Für solche Gedanken ist es heute viel zu warm.
 

 
(Ich war am Heiderbergsee spazieren und lecker essen. Nächstes Mal werde ich Badesachen mitnehmen zum Erfrischen im See.)

Nunja, die Schlacht im Hürtgenwald, mit weit über dreißigtausend Toten fand im Winter 1944/45 statt.

Eliminieren die Flammen nun das schreckliche Geschehnis?
Wann werden die Menschen endlich diplomatisch genug sein, gemeinsam, ohne Kriege leben zu können?

Unsere letzte Wanderung im Hürtgenwald war zu Beginn des Winters vor etlichen Jahren.
Das Wetter war durchwachsen, ungemütlich kalt, ab und zu Schneeregen.
Ich hatte gar keine Lust, unser kuscheliges Zuhause zu verlassen zum Wandern. Und dann hatte mein Mann auch noch eine Tour im Hürtgenwald ausgesucht.
Echt jetzt, muss das sein? Begeisterung sieht anders aus. Trotzdem wollte ich kein Spielverderber sein.
Also, auf zum Hürtgenwald. 

Der kleine Parkplatz im Wald war nicht einfach zu finden.
Das ganze spielt noch in der Vor-Google-Zeit. Es gab weder Handy mit maps noch Navi.
Wir mussten manuell auf Landkarten nachsehen, wurden aber fündig.

Das große Waldgebiet erschien mir wenig einladend. Vielleicht hatte ich eine Vorahnung.

Trotzdem folgten wir der im Zeitungsausschnitt beschriebenen Route der "Tippeltour".
Es war noch nicht so eisig, dass der Schlamm gefroren war, aber unangenehm und rutschig war der Waldboden schon. Wir kamen nicht schnell weiter. Keine guten Voraussetzungen.

Die Wannderung ist knapp 20 km lang. Wir mussen zügig vorankommen, um vor Anbruch der Dunkelheit zurück am Parkplatz zu sein. Die Parkplatzsuche hatte uns einige Zeit gekostet.

Wir sind schon eine gute Weile unterwegs. Bisher war nichts Markantes, nur dichter Wald weit und breit. Ohne besondere Anhaltspunkte lassen sich die Wanderwege bzw. Abzweigungen schlecht bestimmen. Bisher ging es viel Zickzack hin und her.
Ich hoffe, wir sind bis hierhin wenigstens richtig gegangen.

Hier sind plötzlich die Waldwege durch schwere Fahrzeuge ramponiert. Baumfällarbeiten. Verdammt! Wo ist der Abzweig? Die Wegweiser wurden mit den Bäumen entfernt.

Langsam müssten wir gut die Hälfte geschafft haben, also sollten wir uns in Nähe des Wendepunktes befinden. Auf dem Plan war der Rückweg relativ geradlinig eingezeichnet.
Wir müssen unser Wegzeichen finden. Leichter gesagt als getan.
Zurück ist keine Option, zu weit und unklar.

Also weiter suchen. Schwierig ohne Anhaltspunkte, nur Wald ringsum. Rechts ein Baum links ne Bäumin. Eigentlich mag ich Bäume sehr, aber ... ein Hinweis wäre jetzt echt hilfreich. Nochmal den Plan studieren.

Das muss der Weg sein. Den gehen wir jetzt. Solange er ziemlich gerade bleibt, müsste das hinhauen und wir sollten auf einen Hinweis stoßen. 
Glaube ich auch, also los! Es wird dunkel.
Hurra, die Taschenlampe funktimiert! Das Licht ist etwas spärlich, aber besser als nix.
Ein Hinweis, endlich!
Wir laufen.
Schlamm spritzt auf meine Brille.
Der Schneeregen macht es auch nicht besser.
Ich gehe langsamer. Jetzt ausrutschen wäre fatal.
Wir bleiben auf einer Anhöhe stehen und lauschen, nichts zu hören, keine Autos. Zu sehen ist auch nichts, kein Lichtschein.
Wir sind am Ar.... der Welt.

Meine Gedanken: Tannenzweige zusammenlegen und versuchen zu schlafen. Im TV war ein Survivelkurs, wie war das noch?
Zu kalt und zu nass, meint Helmut. Stimmt, wie immer!

Na gut, weiter geht's! So dunkel sieht alles noch unheimicher aus.
Nix wie weg!
Meine Beine gehen von ganz alleine, wie ein Roboter. Gut so, ich habe nämlich keinen Bock mehr.

Irgendwann hören wir ein Auto, weit weg.
Die ganze Zeit habe ich ein ungutes Gefühl.
Dies scheint aber der richtige Weg zu sein.
Der Parkplatz liegt so abseits, hoffentlich ist das Auto okay?

War das nicht die Abzweigng zum Parkplatz? Im diffusen Lichtkegel der Taschenlampe erkenne ich wenig.
Ich will nur noch weg aus dem Hürtgenwald. 
Super! Endlich der Weg zum Parkplatz.

Brav wartet dort unser Auto. Erleichterung.
Verschlammte Schuhe usw. ausziehen.
Zivilisation! Einsteigen und go!

Kurz darauf lesen wir in der Zeitung: "Leiche im Hürtgenwald gefunden."

Nie wieder waren wir im Hürtgenwald wandern.

 
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Letzte Änderung: 14 Stunden 27 Minuten her von Inge Nölke.
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