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Wässerchen,
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3 Tage 18 Stunden her - 1 Tag 19 Stunden her #1
von Inge Nölke
Wässerchen, wurde erstellt von Inge Nölke
Angesichts der Regentropfen an meinem Fenster fiel mir die folgende nette Begebenheit wieder ein.
Bei einer sehr interessanten Kreuzfahrt von Sankt Petersburg auf der Newa, durch den Ladogasee, über den wunderbaren Svir, hinter dem Eisbrecher her über den Onegasee bis Kishi, dann durch den Belojesee nach Goritzi, später Jaroslawl (Goldener Ring), Uglitsch, über die Wolga nach Moskau, besuchten wir u.a. Wolgadeutsche.
Zu der Fahrt über den Onegasee in der aufgebrochenen Spur im Eis durch den vorausfahrenden Eisbrecher erinnere ich mich an schreckliche, beunruhigende Geräusche, als würde unser Schiff aufgeschlitzt. Dass unsere "Narkom Pakomov" die erste Eisklasse hat, beruhigte mich ein wenig. Trotzdem geht mir durch den Kopf, was ich im Fall des Falles mit von Bord nehmen sollte und vor allem was wir alles anziehen müssten, um nicht zu erfrieren. Sicherheitshalber nach den Schwimmwesten sehen, macht das Sinn im Eis?
Wenn das Schiff jetzt leckschlägt, steigen wir um auf den Eisbrecher. Also keine Panik, Fahrt genießen! Ist doch ein echtes Erlebnis.
Auf Kishi sind die schönen alten Holzkirchen in jedem Fall sehenswert, auch bei dieser eisigen Kälte.
Meine Erinnerungen haben sich verselbständigt.
Nun aber zum Thema.
Im Rahmen dieser wunderbaren Kreuzfahrt führten viele interessante Ausflüge zu herrlichen alten Kirchen sowie Klosteranlagen mit besonderer Atmosphäre und kulturellen Sehenswürdigkeiten.
Wohltuende Abwechslung bot nun der Besuch bei einer netten Runde Wolgadeutscher Mütterchen, die sich zusammengefunden hatten, um fast vergessene Erinnerungen wieder aufleben zu lassen, zwei Väterchen waren auch mit von der Partie.
Das Häuschen hatte den gemütlichen Charm einer Gartenlaube.
Appetitlicher Duft von Schmalzgebäck erfüllte die heimelige Stube.
Die freundlichen Mütterchen baten uns zu sich, um über unsere gemeinsame Heimat zu sprechen und ihr Deutsch aufzufrischen. Fragen über ihre alte Heimat brachte für eine Weile die Jugendzeit zurück.
Aber seitdem hatte sich auch bei uns vieles verändert.
Die Aufforderung, zu essen und trinken lehnte ich höflich ab.
Dann berichteten sie wehmütig von Ihrer Deportation.
Die großen Wassergläser wurden nochmals aufgefüllt und bald waren alle wieder fröhlich. Gemeinsam sangen wir ein altes deutsches Volkslied.
"Wollt ihr auch ein Wässerchen." Mittlerweile hatte ich Durst. "Gerne."
Als ich das große Wasserglas unter die Nase hielt zum Trinken, erkannte ich schlagartig den Grund für die ausgelassene Fröhlichkeit.
Höflich trank ich einen Schluck, der mir in der Kehle brannte.
Ich sah mich um. Keiner von den Leutchen trug eine Brille, woraus ich schließen konnte, dass dieses Getränk nicht blind macht.
"Gut!" Prostete mir meine Nachbarin freudestrahlend zu. "Wodka."
Das hatte ich auch gemerkt.
Was nun?
Eine Dame aus unserer kleinen Besuchergruppe raunte mir zu: "Du wolltest es haben. Jetzt muss du trinken und die Leute nicht beleidigen."
Okay, der zweite Schluck schmeckte schon besser.
"Vielleicht nehme ich vorweg etwas von dem Schmalzgebäck."
"Sa Sdorowje" = Auf die Gesundheit
Das wurde ein sehr lustiger Nachmittag.
- kütt noch mehr - net = nöö
Bei einer sehr interessanten Kreuzfahrt von Sankt Petersburg auf der Newa, durch den Ladogasee, über den wunderbaren Svir, hinter dem Eisbrecher her über den Onegasee bis Kishi, dann durch den Belojesee nach Goritzi, später Jaroslawl (Goldener Ring), Uglitsch, über die Wolga nach Moskau, besuchten wir u.a. Wolgadeutsche.
Zu der Fahrt über den Onegasee in der aufgebrochenen Spur im Eis durch den vorausfahrenden Eisbrecher erinnere ich mich an schreckliche, beunruhigende Geräusche, als würde unser Schiff aufgeschlitzt. Dass unsere "Narkom Pakomov" die erste Eisklasse hat, beruhigte mich ein wenig. Trotzdem geht mir durch den Kopf, was ich im Fall des Falles mit von Bord nehmen sollte und vor allem was wir alles anziehen müssten, um nicht zu erfrieren. Sicherheitshalber nach den Schwimmwesten sehen, macht das Sinn im Eis?
Wenn das Schiff jetzt leckschlägt, steigen wir um auf den Eisbrecher. Also keine Panik, Fahrt genießen! Ist doch ein echtes Erlebnis.
Auf Kishi sind die schönen alten Holzkirchen in jedem Fall sehenswert, auch bei dieser eisigen Kälte.
Meine Erinnerungen haben sich verselbständigt.
Nun aber zum Thema.
Im Rahmen dieser wunderbaren Kreuzfahrt führten viele interessante Ausflüge zu herrlichen alten Kirchen sowie Klosteranlagen mit besonderer Atmosphäre und kulturellen Sehenswürdigkeiten.
Wohltuende Abwechslung bot nun der Besuch bei einer netten Runde Wolgadeutscher Mütterchen, die sich zusammengefunden hatten, um fast vergessene Erinnerungen wieder aufleben zu lassen, zwei Väterchen waren auch mit von der Partie.
Das Häuschen hatte den gemütlichen Charm einer Gartenlaube.
Appetitlicher Duft von Schmalzgebäck erfüllte die heimelige Stube.
Die freundlichen Mütterchen baten uns zu sich, um über unsere gemeinsame Heimat zu sprechen und ihr Deutsch aufzufrischen. Fragen über ihre alte Heimat brachte für eine Weile die Jugendzeit zurück.
Aber seitdem hatte sich auch bei uns vieles verändert.
Die Aufforderung, zu essen und trinken lehnte ich höflich ab.
Dann berichteten sie wehmütig von Ihrer Deportation.
Die großen Wassergläser wurden nochmals aufgefüllt und bald waren alle wieder fröhlich. Gemeinsam sangen wir ein altes deutsches Volkslied.
"Wollt ihr auch ein Wässerchen." Mittlerweile hatte ich Durst. "Gerne."
Als ich das große Wasserglas unter die Nase hielt zum Trinken, erkannte ich schlagartig den Grund für die ausgelassene Fröhlichkeit.
Höflich trank ich einen Schluck, der mir in der Kehle brannte.
Ich sah mich um. Keiner von den Leutchen trug eine Brille, woraus ich schließen konnte, dass dieses Getränk nicht blind macht.
"Gut!" Prostete mir meine Nachbarin freudestrahlend zu. "Wodka."
Das hatte ich auch gemerkt.
Was nun?
Eine Dame aus unserer kleinen Besuchergruppe raunte mir zu: "Du wolltest es haben. Jetzt muss du trinken und die Leute nicht beleidigen."
Okay, der zweite Schluck schmeckte schon besser.
"Vielleicht nehme ich vorweg etwas von dem Schmalzgebäck."
"Sa Sdorowje" = Auf die Gesundheit
Das wurde ein sehr lustiger Nachmittag.
- kütt noch mehr - net = nöö
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Letzte Änderung: 1 Tag 19 Stunden her von Inge Nölke.
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