Demokratie im Alltag,

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9 Monate 4 Wochen her - 9 Monate 4 Wochen her #1 von Elisabeth Köllges
Elisabeth Köllges antwortete auf Demokratie im Alltag,
Sehr ähnlich erging es mir, jedoch umgekehrt.
Während der Pandemie ließ ich meine Haare wachsen und als ich fast zwei Jahre später wieder zu einem Termin im Friseursalon erschien, weigerte sich die Friseurin die inzwischen üppige Pracht abzuschneiden.

Sie argumentierte, dass es schade sei, solch gesunde wunderschönen Haare abzuschneiden und auch sie rief ihre Kolleginnen zur Bestätigung ihres Urteils hinzu.

Nachdem sie die Spitzen geschnitten und die Kontur korrigiert hatte, zeigte sie mir freundlicherweise dann noch einige Möglichkeiten, wie ich die Fülle hochstecken und zum Pferdeschwanz bzw. Knoten zwingen kann.

Ein geradezu geschäftsschädigendes Verhalten, muss ich sagen, denn seitdem war ich nicht wieder im Salon. Immer wenn ich dort vorbeigehe, werfe ich meine Mähne stolz in den Nacken und winke den netten Damen fröhlich zu.
Letzte Änderung: 9 Monate 4 Wochen her von Elisabeth Köllges.
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10 Monate 5 Tage her - 10 Monate 1 Tag her #2 von Inge Nölke
Demokratie im Alltag, wurde erstellt von Inge Nölke
Demokratie im Alltag

Manchmal frage ich mich, ob es nicht besser wäre, bei meiner Friseurin wenigstens ein Mitspracherecht zu erkämpfen.
 
Beim letzten Besuch dort erklärte ich ihr – wie jedes Mal – dass ich keine Kurzhaarfrisur haben möchte, sondern halblange Haare.

Wie gewohnt machte sie sich beherzt und unbeeindruckt ans Werk.
Ihr Job scheint ihr Spaß zu machen.
Sie schnitt froh und munter drauflos, sodass ich nach einer Weile das Gefühl bekam, es würde zu viel weggeschnitten.

Mein Einwand mit der Bitte, die Haare nicht zu sehr zu kürzen, verhallte scheinbar ungehört, zumindest ohne erkennbare Reaktion ihrerseits.
Ich hätte schöne Haare, bemerkte sie noch, wahrscheinlich um mich bei Laune zu halten. Dies bestätigte ich und fügte hinzu, es sei auch der Grund dafür, dass ich sie nicht zu kurz haben möchte.

Mich traf ein eher mitleidiges Lächeln, verbunden mit einer bestimmenden Körpersprache, die mir unmissverständlich signalisierte, ohne weitere Zwischenreden möglichst ruhig abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt.

Völlig ungerührt von meinen Bedenken wurden die Haare weiter gekürzt.
 
Aber auch meine Geduld hat Grenzen und so brachte ich nochmals – diesmal etwas lauter und bestimmter als vorhin – zum Ausdruck, dass ich auf keinen Fall zu viel abgeschnitten haben möchte.

Amüsiert, aber dennoch rigoros, ohne Zweifel daran zu lassen, dass Gegenwehr sinnlos ist, antwortete meine Friseurin: Beim letzten Mal wäre der Haarschnitt zu meiner Zufriedenheit ausgefallen und diesmal würde das ebenso.

Zustimmung erwartend, blickte sie zu ihrer Kollegin hinüber, die ihr mit einem kurzen „Genau“ beipflichtete.

Damit stand es 2:1 und ich war eindeutig überstimmt.
Um dieser immerhin demokratischen Entscheidung Rechnung zu tragen, entschloss ich mich, die Augen zu schließen, weil ich den Kahlschlag auf meinem Kopf nicht mit ansehen wollte.

Einfach abschalten und relaxen, ein wohltuendes Gefühl. Es ist schön, Menschen zu vertrauen und sich darauf zu verlassen, dass alles gut wird.

Zum Glück dauerte es nicht mehr allzu lange, bis ich die Augen öffnete und erfreut feststellen konnte, dass meine Friseurin nicht zu viel versprochen hatte.

Endlich erlöst und vom wenig kleidsamen, schwarzen Umhang befreit, erkannte ich den guten Haarschnitt und war – wie immer – zufrieden.
Es sah gut aus, wenn auch kürzer als sonst.
Nun ja, man kann nicht alles haben.

Der attraktive Mann, welcher einen Platz weiter bedient wurde, lächelte mich zudem noch freundlich an, was mir weiteren Auftrieb verlieh.

Später zeigten mir die Blicke und sogar Kommentare netter Menschen, dass ich sehr zufrieden sein konnte mit dem Volksentscheid.

So ist das halt in einer Demokratie (griechisch Volksherrschaft):
Man muss den Beschluss der Mehrheit des Volkes akzeptieren.
Wenn’s danach auch noch gut aussieht, kann man nicht meckern.

Dies unterstützt wieder mal meine Meinung, dass Demokratie die humanste Lebensform ist.


So kenne ich es auch.
Je geschwätziger die Friseurin war,
je kürzer wurden die Haare.
Beim Blick in den Spiegel
hat es dann doch gefallen.
Es war ja doch nicht mehr zu ändern. Wachsen wieder!

Wir wünschen dir einen schönen Tag ☀️.
Liebe Grüße
Brigitte

Huhu!!
Ich hab’s gerade erst gelesen und ich erkenne manches wieder. Ist mir beim Friseur auch schon so gegangen. Ich wünsche dir was !!! 
LG Renate
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Letzte Änderung: 10 Monate 1 Tag her von Inge Nölke.

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