Thesen zur Wirklichkeit in den Betrieben

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6 Jahre 1 Monat her - 4 Jahre 11 Monate her #1 von Heidi Engler
Heidi Engler antwortete auf Thesen zur Wirklichkeit in den Betrieben

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Lieber Walter Gollhardt,

ich finde diesen Artikel klasse. Er stellt die Dinge so dar,
wie es heute in der Arbeitswelt zu geht.
Es gibt kaum noch Unternehmer, die ihre Mitarbeiter schätzen
und sich verantwortlich fühlen. Sie scheinen ausgestorben zu sein.
Hire and fire! Es scheint fast so, das nur noch das amerikanische
System zählt.
Armes Deutschland, armes Europa!!!!
Unsere Kinder tun mir leid.

Danke Heidi Engler
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Letzte Änderung: 4 Jahre 11 Monate her von Bernd Offizier.
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6 Jahre 2 Monate her - 1 Jahr 1 Monat her #2 von Walter Gollhardt
Thesen zur Wirklichkeit in den Betrieben wurde erstellt von Walter Gollhardt
1. Das Unternehmen ist nicht mehr der Ort des Erfolges. Der soziale Aufstieg ist blockiert, Diplome garantieren nur noch wenig, und eine Karriere ist damit nicht mehr selbstverständlich.
2. Das Unternehmen ist keine humane Institution. Es kümmert sich nicht im Geringsten um das Wohlergehen der Mitarbeiter, und respektiert die Werte, die es lauthals verkündet selbst nicht.
3. Wir sind nur Bauern auf einem Schachbrett, und die Stelle, die uns das Unternehmen zugesteht, nichts weiter als ein Geschenk auf Zeit. Jeder ist ein Tauschobjekt, das nach Belieben vom Unternehmen plaziert und auch wieder entfernt werden kann.
4. Wir arbeiten, weil wir es müssen! Niemand arbeitet gern! Ansonsten würden die Menschen umsonst arbeiten.
5. Je mehr im Unternehmen von „Etwas“ gesprochen wird, desto weniger ist davon vorhanden. Vor allem die „Ethik“ wird betont, obwohl das Unternehmen an nichts glaubt!
6. Wenn die Vorgesetzten erzählen: „Unsere Mitarbeiter sind unser wertvollstes Gut“, oder „Ihre Ideen sind wichtig für uns!“ dann handelt es sich dabei um folgenlose Banalitäten.
7. Die Arbeit in einem Betrieb dient dazu, das einzelne Individuum zu fesseln, da es sonst anfangen könnte, die bestehende Ordnung anzufechten. Daher gibt man immer dem Gehorsamen den Vorzug, der den Buckel krumm und das Spiel mitmacht.
8. Die Sprache im Unternehmen ist absichtlich nebulös und unverständlich. Schon Joseph Goebbels erklärte, daß er nicht rede, um etwas zu sagen, sondern um Wirkung zu erzielen.
9. Malocher mit befristeten Verträgen erfüllen offiziell nur Nebenaufgaben. Tatsächlich lastet auf ihnen oft die Arbeit, die „Ranghöhere“ nicht erledigen wollen.
10. Der Begriff „Unternehmenskultur“ ist ein Widerspruch in sich. Solange alles gut läuft, ist die Unternehmenskultur sehr nützlich, weil sie ein künstliches Identitäts- und Zugehörigkeitsgefühl schafft. Sobald etwas schief geht, gilt sie als ein Relikt aus der Vergangenheit, das Veränderungen im Weg steht.
11. Da angeblich jeder seine Zeit im Betrieb damit zubringt, die Arbeit seines Vorgesetzten zu erledigen, hat man um so weniger zu tun, je weiter man oben ist.
12. Der moderne Manager glaubt an nichts! Er engagiert sich auch für nichts, außer für sein eigenes Fortkommen. Er empfindet gegenüber dem Unternehmen, in dem er arbeitet, keinerlei Loyalität.
13. Das Grundmodell eines höheren Angestellten ist das eines vollkommen Ungebildeten. Wir werden vom „Homo Oeconomicus Cretinus“ gemanagt. (Frei übersetzt: Volkswirtschaftliche Schwachköpfe!)
14. Das Unternehmen gibt Millionen für zahllose Unternehmensberater aus, die dafür bezahlt werden, daß sie immer das sagen, was ihr Auftraggeber hören will.
15. Ganze Aktivitätsbereiche sind im Unternehmen zu nichts nütze, außer Papierfluten zu verwalten, oder Sitzungen ohne konkrete Ergebnisse abzuhalten.
16. Je weniger Fabriken es gibt, um so weniger Angestellte und Gehaltszettel gibt es – um so besser sind die Posten der Vorstandmitglieder dotiert.
17. Man braucht keine Unannehmlichkeiten zu befürchten, wenn man die „Innere Kündigung“ vollzieht. Man ist ja umgeben von Unfähigen und Waschlappen, denen der Mangel an Eifer kaum auffällt.
18. Was man tut, ist letztendlich zu nichts nütze, und man kann jederzeit vom erstbesten Idioten ersetzt werden. Man sollte sich lieber Zeit dafür nehmen, sich „gut“ zu verkaufen, und ein internes Netzwerk aufzubauen.
19. Man wird nicht danach beurteilt, wie man seine Arbeit erledigt, sondern nach der Fähigkeit, sich anzupassen.
20. Operative Posten meidet man wie die Pest! Ideal ist es, sich auf ein gutbezahltes Abstellgleis schieben zu lassen.
21. Danach vermeidet man tunlichst jede Veränderung. Nur exponierte Mitarbeiter werden entlassen.
22. Man sollte sich klar machen, daß die Ideologie des Unternehmens nicht beständiger ist als z. B. der Marxismus. Alles ist von begrenzter Dauer, und es wird mit Sicherheit zusammenbrechen.

Diese Thesen wurden auf Seminaren mit Führungskräften zur Diskussion gestellt. Erschreckenderweise war die Zustimmung fast uneingeschränkt. Anscheinend haben der knallharte Kostendruck, der globale Wettbewerb, das Shareholder-Value-Denken, die hohen Leistungserwartungen und der starke Konkurrenzdruck selbst jene Mitarbeiter infiziert, die vor Jahren noch halbwegs friedlich miteinander ausgekommen sind.
So fühlen sich nur 12% der Mitarbeiter ihrem Arbeitgeber wirklich verpflichtet!!
Egal bei welcher Firma, fast überall liegen die Ergebnisse von Mitarbeiterbefragungen in fest verschlossenen Schubladen. Diese Umfragen signalisieren einen massiven Vertrauensverlust, mangelnde Führung, und daß ein leistungsorientiertes Engagement nicht mehr selbstverständlich ist. Nur noch rund die Hälfte der Beschäftigten setzt sich im Job noch richtig ein, bzw. leistet mehr als verlangt wird.
Letzte Änderung: 1 Jahr 1 Monat her von Walter Gollhardt.
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