Unser tägliches Essen, Gedanken zu dessen Wertschätzung!!

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1 Jahr 4 Monate her - 1 Jahr 2 Monate her #1 von Walter Gollhardt
Bei unseren vielen Reisen durch Europa stellen wir immer wieder fest, wie billig doch Lebensmittel in Deutschland sind, und ich meine billig, nicht preiswert!!
Besonders zu kritisieren ist das Angebot von „Billigfleisch“ aus der Massentierhaltung bei den Discountern.
Wer da glaubt, die vielen Label, darunter u. A. auch die Bezeichnung „Bio“ entspräche den tatsächlichen Haltungsvorschriften, die der Käufer damit verbindet, lügt sich im wahrsten Sinne des Wortes in die eigene Tasche.
Diese Label haben sich inzwischen so vermehrt, daß der arme Verbraucher kaum noch weiß, wo er ohne getäuscht zu werden ohne Bedenken zugreifen kann!
Zu den beim Discounter gezahlten Preisen kann niemand nach den z. B. strengen Regeln von z. B. „Demeter“ Fleisch oder auch andere Nahrungsmittel erzeugen und anbieten!!
Wie immer macht es sich der (Groß)Handel sehr einfach mit der Kernaussage:
Die „Geiz ist geil“ Mentalität der Verbraucher in Deutschland zwinge ihn dazu, Lebensmittel immer billiger anzubieten.
Andere Länder in Europa zeigen, daß diese Aussage nicht stimmt, denn z. B. Milch oder eben auch Fleisch kosten dort wesentlich mehr als in Deutschland, und die höheren Preise bescheren den dortigen Bauern eben auch ein auskömmliches Einkommen. In vielen Ländern ist der Fleischkonsum immer noch etwas besonderes, und nicht wie bei uns bei vielen der alltägliche Normalfall.

Angemessene Preise haben auch ursächlich etwas mit der Wertschätzung der Produkte zu tun, die wir täglich zum Leben brauchen.
Es sind keine Produkte, die umsonst oder billig vom Himmel fallen, eben Wegwerfprodukte, wie man an den weggeworfenen Lebensmitteln in unseren Städten sehen kann, sehr zur Freude der Ratten und sonstigem Getier, sondern sie sind ein Geschenk der uns umgebenden Natur an uns Menschen!

Container neben unseren Supermärkten, randvoll entsorgter Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, so wird sogar Millionen Jahre altes Steinsalz!! mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum verziert, die aber überwiegend noch für den problemlosen Verzehr geeignet sind, Obst und Gemüse, das nicht makellos und vor allem gleich groß ist, Brot vom Vortag aus den wie Pilze aus dem Boden schießenden „Backshops“ in den Städten, zeigen eindrucksvoll den geringen Stellenwert von Nahrungsmitteln in unserer Überflußgesellschaft. Adipositas entwickelt sich inzwischen zu einer neuen Volkskrankheit!

Wie lange können und wollen wir uns angesichts des Hungers und der Not in weiten Teilen auf unserer Erde dieses ausschließlich dem Gewinnstreben einiger weniger großer Konzerne geschuldete Verhalten noch leisten??

Es gibt in meinen Augen Hoffnung, daß die Veränderung des Klimas, ein wachsendes Umweltbewußtsein, die steigende Bereitschaft in den reichen Ländern für Lebensmittel einen angemessenen Preis zu zahlen, der starke Migrationsdruck aus den armen Regionen dieser Erde, das dies alles zusammengenommen einen Bewußtseins- und Verhaltenswandel mittelfristig bewirken wird, und die „Bewahrung“ der Schöpfung“ eben nicht nur in den Sonntagsreden der Politiker ein Thema ist.

Ich weiß nicht, was Menschen antreibt, die bei uns im Winter nun unbedingt Erdbeeren aus Peru glauben essen zu müssen, ebenso Spargel und andere für diese Jahreszeit exotische Sachen, die bei uns eher nicht auf den Speisezettel gehören.
Rechnete man realistisch den Transport und die Belastung der Umwelt ein, dann werden diese Nahrungsmittel ebenfalls zu Dumpingpreisen bei uns in den Supermärkten angeboten.
Letzte Änderung: 1 Jahr 2 Monate her von Walter Gollhardt.
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