Weihnachten und Neujahr in unserer Zeit

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1 Jahr 2 Monate her - 10 Monate 2 Wochen her #1 von Walter Gollhardt
Weihnachten und Neujahr in unserer Zeit wurde erstellt von Walter Gollhardt
Weihnachten und Neujahr in unserer Zeit

Diese Feiertage sind eine gute Gelegenheit einmal innzuhalten und das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen.

Trotz der immer mehr zunehmenden Online-Einkäufe vom Sofa aus, und damit Lieferungen an die Haustür sind die Innenstädte verstopft von Menschen auf der Jagd nach Geschenken und dem ultimativen Schnäppchen!
Die Kassen klingeln, und für die Läden besorgt das Weihnachtsgeschäft einen Großteil des Jahresumsatzes.
Gute Vorsätze wie: Dieses Jahr schenken wir uns einmal nichts, oder immerhin etwas weniger, lösen sich angesichts des glitzernden Überangebotes aus aller Welt in Nichts auf.
Mode ist es inzwischen auch, gemeinsam mit zigtausenden in Fußballstadien Weihnachtlieder zu grölen.
Man möge mir verzeihen, daß ich das furchtbar finde, andere finden dieses Gemeinschaftserlebnis wiederum toll.
Es gibt sehr schöne Weihnachtslieder, das allgegenwärtige „Jingle Bells“ allerdings ist es eher nicht, aber sie sind meiner Meinung nach nicht für Fußballstadien geeignet.
Weihnachten ist inzwischen der alles überlagernden Kommerzialisierung zum Opfer gefallen, und es wird zunehmend schwieriger, sich dem zu entziehen.
So sind die straff organisierten osteuropäischen Bettlerbrigaden besonders aktiv, die Briefkästen quellen von Spendenaufrufen, Bettelbriefen und sonstigen Aufrufen an unsere Mildtätigkeit über, und alle zielen auf unser weihnachtlich milde gestimmtes Herz und unsere weit geöffnete Brieftasche mit häufig rührseligen Geschichten, so als ob nach den Festtagen die Welt um uns herum in Ordnung wäre.
Sie ist es aber nicht!!

Und dann ist ganz plötzlich Silvester, und wohlmeinende Menschen versuchen mit missionarischem Eifer und der Hilfe von Gerichten den anderen den schönen alten Brauch, das Neue Jahr mit einem zünftigen Feuerwerk zu begrüßen, und die bösen Geister des alten zu vertreiben zu verbieten, denn Feinstaub und die sich ängstigenden Hunde und Katzen sind aus deren Sicht ja nun Grund genug.
Menschen neigen nun mal dazu, anderen, sich selber aber ausgenommen, gerne Vorschriften machen zu wollen, sich selber zu den „Guten“ zu rechnen, und die anderen sind eben die „Bösen“!
Übrig bleibt eine zutiefst zerstrittene Gesellschaft, Rechthaberei auf allen Seiten, und der dringend notwendige gesellschaftliche Konsens bleibt dabei auf der Strecke.

Feiertage, und wie und ob sie begangen werden, sind sicherlich ein gutes Abbild der Gesellschaft und damit eben auch einem ständigen Wandel unterworfen.
Viele Traditionen sind es aber wert erhalten zu werden, und ein Mittelweg zwischen der reinen Kommerzialisierung und totaler Ablehnung durch die sog. „Weihnachtsmuffel“ wäre in meinen Augen wünschenswert.

Für mich sind diese Feiertage ein Familienfest, bzw. eine Gelegenheit sich mit Freunden zu treffen, losgelöst von der Hektik des Alltages, morgens auszuschlafen, gemütlich gemeinsam zu frühstücken und sich darüber zu freuen, daß nun ab dem 21.12. das Tageslicht unaufhaltsam wieder zunehmen wird.
Letzte Änderung: 10 Monate 2 Wochen her von Walter Gollhardt.
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