TERRORANSCHLAG IN NICE AM 14. JULI 2016

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6 Jahre 4 Monate her - 2 Jahre 8 Monate her #1 von Walter Gollhardt
TERRORANSCHLAG IN NICE AM 14. JULI 2016 wurde erstellt von Walter Gollhardt
Und wieder hat es unseren Nachbarn Frankreich getroffen, besonders perfide von den Terroristen ausgewählt der 14. Juli, der französische Nationalfeiertag, um das Land ins Mark treffen zu können. Mein Mitgefühl gehört allen Franzosen und besonders den Angehörigen der Toten und Verletzten.
Im Anschluß an ein Feuerwerk in Nizza ist ein Terrorist mit einem LKW in die Menschenmengen gerast. Bisher hat es 89 Tote gegeben. Dieses Mal wurden keine Schußwaffen und kein Sprengstoff verwendet, und damit gezeigt, daß es gegen solche Anschläge immer nur einen begrenzten Schutz geben kann. Es kann überall jeden treffen, wenn man eben zur falschen Zeit am falschen Ort ist.

Inzwischen muß man allerdings die berechtigte Frage stellen, wie es möglich ist, daß ein so auffälliger weißer LKW bei den strickten Sicherheitsmaßnahmen zu der belebten Uferpromenade durchkommen, ohne daß er notfalls gewaltsam gestoppt werden konnte. Dafür braucht man allerdings keine Panzerfaust oder sonstige schwere Waffe, wie einige schon wieder fordern. Ein gezielter Schuß hätte genügt. Immerhin war die Windschutzscheibe am Ende von Schüssen durchsiebt.

Leider werden sich die Rechten und die Populisten in allen Ländern durch den Anschlag wieder einmal bestätigt fühlen, alle Moslems stehen unter Generalverdacht, also alles abschotten, die Grenzen dichtmachen, die Schaffung eines Polizeistaates mit ständiger Kontrolle und Überwachung und vieles mehr.
Doch damit wird man nichts lösen, im Gegenteil. Man besorgt das Geschäft der Terroristen, die unsere freie Gesellschaft zerstören wollen, und wenn die es nicht schaffen, dann besorgen wir es schon gleich selber, indem wir in einer Art Salamitaktik entweder vom Gesetzgeber oder durch freiwillige Selbstbeschränkung unser Leben an die vermeintlich allgegenwärtige Bedrohungslage anpassen. Dabei ist die Chance, durch einen Verkehrsunfall schwer verletzt zu werden oder auch zu Tode zu kommen hundert- oder sogar tausendfach größer. Mir ist vollkommen klar, daß man mit dieser Tatsache kaum jemand überzeugen, bzw. ihm seine diffusen Ängste nehmen kann.
Aber mit der Bedrohung, durch einen Unfall im Straßenverkehr umzukommen, sei es mit einem Auto, Motorrad, dem Fahrrad oder als Fußgänger leben wir nun schon seit dem Aufkommen der Massenmotorisierung, wir haben uns daran gewöhnt. Und jeder meint ja, ihn würde es nicht treffen, entweder, weil er sich für einen besonders umsichtigen Fahrer hält, er einen guten Schutzengel hat, oder eben ein besonders sicheres Auto fährt.
Am Tag vor diesem schrecklichen und sinnlosen Attentat hatte Staatspräsident Hollande die Aufhebung des Ausnahmezustandes angekündigt. Angesichts dieses neuen Terroranschlages hat er diese Ankündigung allerdings sofort wieder kassiert.
Es stellt sich die Frage, warum die Terroristen für ihre Anschläge immer wieder unser Nachbarland Frankreich auswählen.
Ein Indiz könnte die koloniale Vergangenheit des Landes sein, die u. A. in vielen Ländern Nordafrikas stattgefunden hat.
Eine Rolle spielt möglicherweise auch die bis in die Gegenwart immer wieder stattgefundene Interventionspolitik Frankreichs in Afrika.
Nachschub erhalten die Terroristen ebenfalls aus der Masse der chancenlosen Jugendlichen aus den abgeschotteten Hochhäusern rund um die großen Städte.
Kleinkriminelle radikalisieren sich dort weitgehend unbemerkt von den Sicherheitsbehörden, die ebenfalls bedingt durch Personalmangel fast chancenlos sind, rechtzeitig eingreifen zu können.
Ein Teufelskreis, der uns allen in Westeuropa als Warnung dienen muß, es mit der Integration der jungen Leute in unsere Gesellschaft, dem Heranführen an unsere Werte ernst zu meinen.
Letzte Änderung: 2 Jahre 8 Monate her von Walter Gollhardt.
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